Yannic Han Biao Federer – Asiawochen

Die Lehramtsstudentin Vanessa verzweifelt an den blinden Flecken des deutschen Bildungssystems beim Thema Kolonialgeschichte. Gleichzeitig will sie unbedingt hinter die Geschichten der Geschichte kommen: dem Trauma hinter dem Schweigen des Vaters und dem Maß für die kollektive Schuld eines Lebens im Westen des 21. Jahrhunderts. Alle um sie herum sind von ihrer Obsession überfordert. Aber Vanessa kann nicht anders. Alles hängt für sie mit allem zusammen: der Kolonialismus mit dem Nationalsozialismus, der BND und Adenauers Angst vor einem mächtigen Asien mit dem Putsch gegen den ersten Präsidenten Indonesiens, die anschließenden Pogrome und Massenmorde. Yannic Han Biao Federer stellt in seinem Stück die Frage: Wie soll das Verdrängte, das Unaussprechbare konsumierbar gemacht werden?

Yannic Han Biao Federer ist Autor und lehrt Kreatives Schreiben. Für seine Texte erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. 2023 war sein Stück "Drive in" in der Auswahl für den Retzhofer Dramapreis, im gleichen Jahr ist er für "Asiawochen" mit dem Hans-Gratzer-Stipendium des Schauspielhauses Wien gefördert worden. Sein dritter Roman ist 2025 im Suhrkamp Verlag erschienen: "Für immer seh ich dich wieder".

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