Theaterland China

Das diesjährige Gastland China mit einer Fläche von fast einer Million Quadratkilometern ist (Stand 2022) die Heimat von fast anderthalb Milliarden Menschen. Während das Land außerhalb seiner Landesgrenzen eine immense Bekanntheit, als Hersteller und Exporteuer von Konsumgütern genießt, sind Gastspiele von chinesischen Theatergruppen im Ausland ein seltenes Ereignis. Beim diesjährigen Heidelberger Stückemarkt werden drei Gastspiele zu sehen sein. Zwei dieser Gastspiele sind in der literarischen Tradition Chinas verwurzelt und setzen diese in Bezug zur hochtechnisierten chinesischen Gesellschaft. Das dritte Gastspiel ist das Ergebnis einer Recherchearbeit. Mit dieser Auswahl kann der Heidelberger Stückemarkt einen Einblick in diese faszinierende Theaterlandschaft des Gastlandes geben.

Im Rahmen des Gastlandschwerpunkts wird der Internationale Autor*innenpreis vergeben. Nominiert sind in diesem Jahr Vierundzwanzig Stunden vor Neujahr werden wir des Lebens müde von Han Jing, Zugvögel von Chan Ping Chiu sowie Schattenfangen von Chu Xia. Die Stücke werden am 3. Mai in Lesungen vorgestellt. 

Kuratorische Beraterin für den Gastlandschwerpunkt ist die Autorin und Übersetzerin Ulrike Syha. Sie war Hausautorin am Nationaltheater Mannheim und Writer-in-Residence in Nanjing (China), Vilnius (Litauen) und anderen Städten. 2018 erhielt Ulrike Syha für "Drift" den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts, 2019 einen der Hamburger Literaturpreise für "Der öffentliche Raum". 2019 war sie Gründungsmitglied des Verbandes der Theaterautor:innen (VTheA). 2022 und 2023 gehörte Ulrike Syha der Jury des Heidelberger Stückemarkts an.

Gastspiele aus China: Die wahre Geschichte des Ah Q von Ma Wenqi nach Lu Xun, Regie: Li Jianjun (New Youth Group), Ein gutes Jahr (1. Akt) von Xu Hongchang, Regie: Xu Hongchang sowie Die Geschichte vom Pfirsichblütenfächer neu erzählt von Xiao Jing nach Kong Shangren, Regie: Xiao Jing (Routine Poems Institute). <<<